LESEPROBE: DIE IMMOBILIE als zukunftssichere und solide Kapitalanlage

- 9 - Welcher Wohnungsbedarf steht dem Bauüberhang gegenüber? Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln e.V. (IW) hat eine Studie veröffentlicht, nach der in Deutschland jedes Jahr 308.000 neue Wohnungen gebaut werden müssen, um den Bedarf zu decken. Allerdings nicht irgendwo und schon gar nicht auf dem Land, denn: Der größte Bedarf besteht in Ballungsräumen und Großstädten. Das IW kritisiert sogar, dass allzu viel Wohnraum in Gebieten entsteht, in denen die Bevölkerungszahl absehbar eher schrumpfen wird. Selbst unter Berücksichtigung einer höheren Quote von Homeoffice-Tätigen würde immer häufiger die Grundentscheidung dafür ausfallen, in einer größeren Stadt zu leben. Der Studie zufolge besteht in den sieben größten deutschen Städten bis 2025 ein Bedarf an etwa 58.100 Wohnungen zusätzlich pro Jahr. Allein in Berlin seien jedes Jahr 22.200 neue Wohnungen nötig, um den Bedarf zu decken, in München 7.800 und in Hamburg 10.500. Diese Studie stammt jedoch vom November 2021. Nie hätte jemand zu dieser Zeit geahnt, dass es ein paar Monate später innerhalb von Europa einen Krieg geben würde, der eine Vielzahl von Menschen zur Flucht aus ihrer Heimat treibt. Diese Menschen haben ebenfalls einen Wohnbedarf, der nicht eingeplant war. Sicher wird der Krieg irgendwann zu Ende sein. Und viele werden in ihre Heimat zurückkehren. Viele werden jedoch inzwischen auch in Deutschland eine Arbeit, eine Schule für ihre Kinder und eine neue Heimat gefunden haben. Je länger der Krieg dauert, desto mehr Menschen werden dies sein. Und ob zwischen Russland und der Ukraine ein dauerhafter Friede entstehen wird, bleibt abzuwarten. Was bedeutet all dies nun für den Preis und die Preisentwicklung von Wohnimmobilien? Letztendlich gibt es eine ganz erhebliche und weiterhin steigende Nachfrage und ein stagnierendes und in letzter Zeit sogar sinkendes Angebot. Dies wird auf längere Sicht also steigende Immobilienpreise zur Folge haben – allerdings durchaus abhängig von der Lage. So ließ sich im ersten Quartal 2022 eine starke Preissteigerung im Umland von Großstädten beobachten, während in ländlichen, strukturschwachen Regionen die Nachfrage durch sinkende Bevölkerungszahlen zum Teil nachließ – und damit sanken auch die Preise. Andere Investitionsmöglichkeiten – besser als die Immobilie? Wie ist die Situation für Investitionen im Jahr 2022? Die Welt steht unter dem Eindruck des Ukrainekrieges und hat noch mit den Auswirkungen von Corona zu kämpfen – mit möglicher Neuauflage im Herbst. Lieferketten sind unterbrochen, Unternehmen haben Schwierigkeiten, wichtige Komponenten für ihre Produktion zu erhalten, in manchen Ländern droht eine Nahrungsmittelkrise. Energiepreise schießen aufgrund der RusslandSanktionen und der Reaktionen auf den Rohstoffmärkten in die Höhe. Chiphersteller und in der Folge auch Autohersteller und Produzenten von elektronischen Geräten haben unabhängig davon unter einem Chipmangel zu leiden. Tech-Aktien wie Meta verzeichnen aus verschiedensten Gründen teils hohe Wertverluste, im Mai hat Tesla Personaleinsparungen angekündigt. Eine deutlich unsichere Situation, die zwar manchen zum kurzfristigen Spekulieren einlädt. Doch empfiehlt sich dies nur mit Geld, das man nicht für die Altersvorsorge benötigt und das man leichten Herzens auch verlieren kann. Auch Cryptowährungen sind längst keine Gelddruckmaschine mehr, sondern sorgen eher für Katerstimmung bei den Investoren. Seit November 2021 verloren Bitcoins bis zu 70 Prozent an Wert, der Komplettabsturz von Terra / Luna brachte Anleger um ihren gesamten Einsatz und wirkte sich auf die komplette Crypto-Landschaft aus. Die Zinsen steigen – trotzdem bekommen Sparer zum Beispiel für Tagesgeld gerade einmal 0,10 bis 0,20 Prozent Zinsen im Jahr – oft noch verbunden mit einer Mindesteinlage. Zum Vergleich: Die Inflation lag im August 2022 bei 7,9 Prozent in Deutschland und bei 10,1 Prozent in der EU. Im Mai 2021 lag die deutsche Inflationsrate noch bei 2,5 Prozent. Immobilien sind wertstabiler als andere Geldanlagen und versprechen darüber hinaus langfristig Wertsteigerungen. Hinzu kommt noch die Möglichkeit von Mieteinnahmen und Steuervorteilen. Nach wie vor ist die Immobilie daher eine gute und stressresistente Geldanlage.

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